OHAUS spielt eine Rolle in der globalen Covid-19-Forschung

01.12.2020
OHAUS leistet einen kleinen, aber wichtigen Beitrag bei den laufenden weltweiten Bemühungen, das Coronavirus nachzuverfolgen, besser zu verstehen und ein Gegenmittel zu finden.
 

Wissenschaftler und Forscher auf der ganzen Welt arbeiten hart um das Coronavirus zu erforschen. Um es aufzuspüren, es zu verstehen, Behandlungsmöglichkeiten  und einen Impfstoff aufzudecken, benötigen sie präzise Laborausstattung  und Waagen. Hier spielt OHAUS eine wichtige Rolle.

Die Pandemie schafft unzählige und weitreichende Herausforderungen, aber wir bleiben den Laboren, die sich auf uns verlassen, verpflichtet. Wir setzen konsequent auf zuverlässige und präzise Produkte, einen effizienten Vertrieb, einen leistungsstarken Kundenservice und natürlich auf die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden. Wir haben unseren Kunden und Lieferanten aufmerksam zugehört und intensiv an der Verbesserung unserer Produkte gearbeitet, um den Kampf gegen Covid-19 weiter , noch besser unterstützen zu können.

Nachverfolgen des Coronavirus über das Abwasser

In vielen Teilen der Welt laufen Forschungen zum Nachweis des Coronavirus aus kommunalem Abwasser.  Anfang dieses Jahres haben Wissenschaftler in Europa und Australien eine Reihe interessanter Entdeckungen gemacht, indem sie kommunale Abwasserproben untersucht haben, und nun werden ähnliche Arbeiten in den USA, Kanada und anderen Ländern durchgeführt.

Das Untersuchen von Abwasserproben aus der Kanalisation ist nicht neu. In der Vergangenheit wurden auf diese Weise zahlreichen Phänomenen nachgespürt, von Infektionskrankheiten bis hin zu Drogenmissbrauch. Jetzt wird Abwasser auf das Vorhandensein des Coronavirus in Gemeinden untersucht. Die Ergebnisse könnten einen Hinweis darauf geben, wo sich eine zweite Welle formiert. Diese Untersuchungen könnten Gemeinden bei der Entscheidung über zusätzliche soziale Präventionsmaßnahmen helfen.

In Städten auf der ganzen Welt werden spezielle Teams aus Wissenschaftlern, Beamten und Wasserwirtschaftlern für die Untersuchung von Proben aus dem lokalen Abwassersystem gebildet. Kommunales Abwasser gilt als besseres Barometer zur Erkennung von Krankheiten als herkömmliche Tests. Beim Testen von Einzelpersonen ist eine bis zu zweiwöchige Inkubationszeit des Coronavirus zu beachten. In Urin und Fäkalien, die im Abwasser zu finden sind, ist das Virus hingegen bereits nach etwa drei Tagen nachweisbar.

In Ungarn führen Expertenteams eine mehrphasige Untersuchung durch. In der ersten Phase untersuchen sie das Abwasser in neun ungarischen Städten über fünf Monate hinweg auf Veränderungen. Die Forscher entnehmen alle zwei Wochen neue Proben in den betroffenen Siedlungen. Die Analyse von Abwasser kann nach Ansicht der Forscher wertvolle Hinweise auf Krisenherde und das erneute Auftreten eines Infektionsgeschehens liefern.

Im Zentrum des Projekts steht die Stadt Nagykanizsa. MOL, eines der größten Unternehmen in Ungarn, und die Pannonische Universität, eine der größten Hochschulen des Landes, unterstützen die Forschung mit der kostenlosen Bereitstellung von Laborflächen. OHAUS hat die Ausstattung dieser Labore mit vergünstigten Präzisionsgeräten unterstützt.

Die Tests werden unter Einhaltung strenger Branchen- und Regierungsstandards sowie der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation durchgeführt. Das wichtigste Ziel ist es, die aus den Proben gewonnene RNA oder DNA aufzuzeigen. Da die nützlichen Proben mit dem Virus infiziert sind, sind Sicherheitsmaßnahmen im Labor von größter Bedeutung. Die Forscher müssen vollständige PSA inklusive Handschuhe, Kopfbedeckung, Gesichtsschutz und Fußschutz tragen, und darüber hinaus müssen sich alle Geräte leicht reinigen und desinfizieren lassen. Alle Waagen und Laborgeräte von OHAUS erfüllen diese Anforderungen, und es ist uns eine besondere Freude, auf diese Weise einen kleinen, aber wichtigen Beitrag im weltweiten Kampf gegen das Virus zu leisten.
 


Ausstattung eines Labors für die Covid-19 Forschung

Die Untersuchung virusinfizierter Proben ist ein empfindliches Verfahren, das Fachwissen und eine einfach zu desinfizierende Präzisionslaborausrüstung erfordert. 
OHAUS Centrifuges
Die Probenvorbereitung erfordert die Konzentration und Extraktion viraler Nukleinsäuren. Dazu sollte Ihr Labor über eine Zentrifuge, einen Rührer, einen Inkubator, einen Schüttler und einen Vortexmischer verfügen.  

Eine qualitativ hochwertige Zentrifuge ist für die Partikeltrennung zur Extraktion der zu untersuchenden Zellen unerlässlich. OHAUS bietet mit seiner Frontier Serie hochwertige gekühlte Zentrifugen an, die es den Forschern ermöglichen, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen, ohne Gedanken an den Verschleiß des Geräts zu verschwenden. OHAUS bietet eine Vielzahl von Rotoren, einschließlich abgedichteter Rotoren zum Schutz der Benutzer vor gefährlichen Aerosolen.

Um Ihnen bei der Auswahl der für Ihre Anforderungen geeignetsten Frontier-Zentrifuge zu helfen, bietet OHAUS einen praktischen Leitfaden zur Produktauswahl. Die OHAUS Frontier  FC5916R ist eine leistungsstarke und vielseitige Zentrifuge, mit der Sie für Anwendungen mit niedriger wie auch hoher Drehzahl flexibel aufgestellt sind. Dies ist wichtig, da die Vorbereitung zur Untersuchung von Virusproben sowohl niedrige als auch hohe Beschleunigungskräfte erfordert.

Um zu zeigen, wie die Geräte von OHAUS Ihre Covid-19-Forschung unterstützen können, möchten wir ein wissenschaftliches Abfallaufbereitungsexperiment aus Ungarn vorstellen.

 

Konzentration und Extraktion viraler Nukleinsäuren

Die Konzentration erfolgt durch bekannte, leicht modifizierte und angepasste Methoden.

Die Grundlage der Konzentrationsmethode wurde von Nadan et al (2003) veröffentlicht. Die Wasserproben wurden 30 Minuten lang bei 3000 g zentrifugiert, um ein Pellet zu erhalten. Das Pellet wurde in 10 ml Überstand wieder aufgelöst. 10 ml Chloroform (Sigma, St. Louis, MO, USA) wurden mit 10 % v/v-Konzentration zugesetzt. Die Mischung wurde gevortext und durch Zentrifugation 3000 g × 10 min bei 4° C weiter gereinigt.

Die Flüssigkeiten aus der ersten und zweiten Reinigung (Zentrifugationen) wurden kombiniert und nach der Methode von Minor et al. (1985) mit Niederschlag durch Natrium-Polyethylenglycol (NaCl-PEG) mit einer leichten Modifikation wie folgt konzentriert.
OHAUS ProductsUnter ständigem Magnetrühren wurden 22,2 g NaCl (Sigma, St. Louis, MO, USA) der 1000 ml Abwasserprobe bei 4° C zugesetzt. Nachdem sich das NaCl komplett aufgelöst hatte, wurden 70 g PEG 6000 (Fluka, Buchs, Deutschland) hinzugefügt und über Nacht mit dem Magnetrührer gerührt.

Am nächsten Tag wurden die Proben bei 2000 g, 120 min und 4° C zentrifugiert. Die flüssige Phase wurde entsorgt und das Pellet im Verhältnis 1:100 in 10 ml Guainidin-Tiocyanat (GuSCN) Lysepuffer (Sigma, St. Louis, MO, USA) gelöst. Der Lysepuffer wurde nach der Methode von Boom et al (1990) wie folgt hergestellt:

120 g GuSCN in 100 ml 0,1 M Tris-HCL-Puffer (pH 6,4).

Extraktion viraler Nukleinsäuren

Die Extraktion viraler Nukleinsäuren erfolgt nach der 1990 von Boom et al. veröffentlichten Methode.

Das im Lysepuffer aufgelöste Sediment (Pellet) wurde bei 56 °C für 25 min inkubiert, und zur Fixierung der Nukleinsäure wurde etwas Kieselsäure (Sigma, St. Louis, MO, USA) in einer Konzentration von 0,75 % v/v zugesetzt. Die Mischung wurde maximal 30 min inkubiert. Anschließend wurde die Probe bei 11.000 × g, 5 min, 20° C zentrifugiert. Dann wurde das Kieselsäure-Pellet zweimal mit 2 ml 4M GuSCN, und dann zweimal mit 70 % Ethanol und schließlich mit Aceton gewaschen. Nach dem Entfernen des Acetons wurden die Röhrchen bei 56° C mit offenem Deckel getrocknet. Die Separation der Nukleinsäuren von der Kieselsäure erfolgte bei 65 °C für 15 min mit 300 µl Wasser, das mit Diethylpyrokarbonat (DEPC) (Q-bioGene, Carlsbad, CA, USA)  behandelt wurde.
OHAUS CentrifugesZuletzt wurde die Kieselsäure für 15 min, 18.000 g, 20° C zentrifugiert. Der die Nukleinsäuren enthaltende Niederschlag wurde, um eine Kontamination der Kieselsäurematrix zu vermeiden, durch Absaugen sorgfältig entfernt. Danach wurden die nukleinsäurenhaltigen Proben bis zur weiteren Untersuchung bei -80° C gelagert (PCR-Test).


Wie lange der Kampf gegen das Coronavirus auch dauern mag – OHAUS steht der Wissenschaft mit Präzisionsinstrumenten und unermüdlicher Unterstützung zur Seite.

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